Fehlgeburt Pia

Pia mit ihren 5 Sternchen

Aufgaben: Begleitung bei Fehlgeburt, Administration

Ich bin Pia

1983 geboren und Mama von 1 Erdentochter, Joëlle , welche im Juli 2017 auf die Welt gekommen ist und 5 Sternenkindern.

Jede meiner 5 Schwangerschaften nach der Geburt von Joëlle war gewünscht und sehnlichst erwartet. Wir wollen so gerne ein Geschwisterchen für unsere Tochter und hätten so viel zu geben.

Unser erstes Sternchen

Nach dem positiven Schwangerschaftstest war ich voller Energie. Wir haben uns soooo gefreut. In dem Moment hätte ich nie gedacht, dass mit diesem Test ein Leidensweg beginnt, der mich persönlich sehr verändert. Dieser Weg gehört nun für immer zu meiner Biografie und somit zu all meinem „Sein“ dazu.
In der 7. SSW begannen meine Blutungen und ich musste das Kind auf natürlichem Weg gehen lassen.

Unser zweites Sternchen

Nur kurze Zeit danach wurde ich wieder schwanger aber auch dieses Kindli konnte nicht bei uns bleiben und hat uns in der 6. SSW natürlich verlassen. Dennoch waren wir voller Hoffnung und ich dachte, dass uns dasselbe nicht 3x hintereinander passieren kann.

Unser drittes Sternchen

Prompt wurde ich, nach einer kurzen Pause, wieder schwanger. In dieser Schwangerschaft zeigte sich, dass ich die ersten beiden Fehlgeburten nicht verarbeitet hatte. Ich hatte Angst vor jedem Toilettengang und konnte mich nicht wirklich über den positiven Test freuen, da ich enorme Angst vor einem weiteren Verlust hatte. Leider hat sich diese Angst bestätigt und erneut mussten wir in den frühen Schwangerschaftswochen Abschied nehmen von einem so sehr gewünschten Kind.

Unser viertes Sternchen

Die Hoffnung stirbt ja bekanntlich zuletzt. So wagten wir einen neuerlichen Versuch und ich wurde wieder schwanger. Nachdem wir bei diesem Kind sogar schon die Herztöne im Ultraschall gesehen hatten war ich überzeugt, dass jetzt endlich alles gut wird. Beim wöchentlichen Ultraschall, den wir „Dank“ meinen habituellen Aborten geniessen durften, war in der 8. SSW plötzlich kein Herzton mehr zu sehen – unser kleiner Engel ist in meinem Bauch gestorben. Während 2 Wochen, in denen ich mich als Ablenkung in Arbeit stürzte, habe ich meinem Kind die Möglichkeit gegeben, sich selber dazu zu entscheiden meinen Körper zu verlassen. Leider ohne Erfolg. Danach musste ich die kleine Geburt mit den Medikamenten Myfegine und Cytotec einleiten. Zu Hause, ganz ohne jegliche professionelle Begleitung, musste ich dann mein 5. Kind tot auf die Welt bringen.

Unser fünftes Sternchen 

Nun leider mussten wir Anfang 2020 noch ein weiteres Sternchen ziehen lassen. Gut ein halbes Jahr nach der traumatischen kleinen Geburt meines 4. Sternchens durfte ich wieder schwanger werden. Diese sechste Schwangerschaft war begleitet von fürchterlichen Ängsten. Kurz nach dem positiven Schwangerschaftstest tauchten auch schon die ersten ganz minimen Blutungen auf. Es folgten Tage des Hoffens und Bangens, die mich psychisch an die Grenze des Aushaltbaren brachten. Als dann in der 7. SSW die tatsächlichen Abort-Blutungen begannen, war dies einerseits unheimlich traurig, aber fast auch eine Befreiung, da endlich die Gewissheit da war und mich die Emotionen nicht mehr zu einem mentalen Wrack machten.  

Diese letzte Schwangerschaft war für mich wahnsinnig anstrengend und wegweisend. Nach dem neuerlichen Verlust musste ich mich neu orientieren, um den Verstand nicht zu verlieren. Ich liess erstmals den Gedanken zu, ein Leben mit „nur“ einem Kind zu führen und versuchte auch die positiven Dinge daran zu sehen, nur ein Kind zu haben. So habe ich mich nun für eine Weiterbildung angemeldet, versuche etwas mehr auf Ernährung zu achten und mehr Sport zu machen. Was die Zukunft bringt? Wer weiss… Ich hoffe einfach, dass das was kommt viele schöne Momente mit sich bringt.  

Wir dürfen auch um frühe Fehlgeburten trauern!

Dadurch, dass diese frühen Fehlgeburten vom Umfeld weitestgehend unbemerkt bleiben, scheint es, als wären diese Kinder nie da gewesen. In unsere Herzen haben sie sich aber, ab dem ersten Tag an dem wir von ihnen wussten, unwiderruflich eingenistet. Ihr Verlust schmerzt unheimlich und es ist sehr wichtig, dass wir auch um diese frühen Verluste gebührend trauern können. Auch wenn wir oft von frühen Fehlgeburten hören, wird doch viel zu wenig über die Gefühle gesprochen, die sie in uns Eltern auslösen.

Ich möchte dich dazu einladen über den Verlust und auch die Gefühle zu sprechen, die die Fehlgeburt in dir auslöst. Falls du nicht bereit bist deine Gefühle in die Welt hinaus zu tragen, suche dir Vertrauenspersonen mit denen du dich austauschen kannst. Ich bin sehr gerne für dich da und begleite dich auf deinem Weg.

Begleitung bei kleiner Geburt und Curettage

Es kann ein sehr traumatisches Erlebnis sein, das winzig kleine Kind zu Hause im Bad auf die Welt zu bringen oder unter einer Narkose eine Curettage erleben zu müssen. Falls du betroffen bist und vor einem solchen Ereignis stehst, kontaktiere uns, damit wir dich in dieser schweren Zeit unterstützen können.
DU MUSST DA NICHT ALLEINE DURCH. ICH BIN FÜR DICH DA!

Meine Qualifikationen:

  • Weiterbildung „Basiskurs: Professionelle Familienbegleitung beim frühen Tod ihres Kindes“ bei der Fachstelle Kindsverlust
  • Der eigene, noch nicht abgeschlossene, Trauerweg nach meinen Verlusten

Kontakt

pia@himmelskind.ch