
Aufgaben: Begleitung
Jahrgang 1991, 1 Kind im Himmel, 2 Kinder an der Hand
Geschichte:
Als ich 2018 meinen Mann heiratete, entstand sofort der Wunsch nach einer Familie. Ich wurde schnell schwanger und genoss meine erste Schwangerschaft sehr. Wir freuten uns sehr auf unser erstes Kind.
Beim Ersttrimestertest in der 13.SSW sah der Arzt dann eine verdickte Nackenfalte und es stellte sich eine sehr sehr hohe Wahrscheinlichkeit für eine Trisomie raus (1:2). Wir wurden für eine Plazentapunktion angemeldet und stellten uns darauf ein, eine «nicht überlebensfähige» Diagnose einer Trisomie zu bekommen. Zur Überraschung aller Ärzte kamen die Resultate unauffällig zurück; für uns war das ein Wunder!
Aber nur wenige Wochen später, beim grossen Organscreening, konnte unser Gynäkologe keine vier Kammern im Herz sehen. Wieder wurden wir an Spezialisten weitergeleitet. Wenige Tage später bekamen wir die definitive Diagnose: DILV (double inlet left ventricle), unser Baby hatte nur «ein halbes Herz», eine Hälfe war massiv unterentwickelt.
Der Rest der Schwangerschaft hofften und beteten wir für unser kleines Wunder. Die Zeit war geprägt von Untersuchungen, stundenlangen Ultraschalls und dem Aufgleisen der Operationen für nach der Geburt. Es sollten 3 OP’s am offenen Herzen folgen, die es unserem Levi ermöglicht hätten, ein ganz normales Leben zu führen. Wir wussten, wir würden diesen Kampf mit unserem Jungen zusammen meistern.
Aber alles kam anders. 4 Tage vor dem errechneten Geburtstermin erwachte ich morgens und merkte gleich, dass sich mein kleiner Junge im Bauch nicht bewegte. Wir gingen auf den Abend hin in den Gebärsaal für eine Kontrolle. Es hatte sich im Laufe des Tages ein seltsam unruhiges und ungutes Gefühl in mir breit gemacht. Und abends um 17.15 Uhr am 18. April 2019 bestätigte sich dann das Schlimmste… «es tut mir Leid, das Herz schlägt nicht mehr».
Die Welt blieb stehen, mein Herz zerbrach in tausende Stücke und ALLES veränderte sich in diesem Augenblick.
2 Tage später, am 20. April 2019 um 22.42 Uhr durften wir nach einer sehr schwierigen, langen und natürlichen Geburt unseren Sohn Levi Ezra in die Arme schliessen. Es war ein wunderschöner Moment, ihn so schwer, warm und weich auf meiner Brust liegend zu halten. Es war so still, so traurig und gleichzeitig auch so schön. Levi war mit seinen 54cm und 3455gr ein grosser, perfekter, dunkelhaariger und wunderschöner kleiner Bub. Wir waren so stolz auf ihn!
Heute dürfen wir Levi’s kleine Schwester und auch seinen kleinen Bruder bei uns haben. Es ist ein Geschenk, sie aufwachsen zu sehen. Levi ist und bleibt unser erstgeborenes Kind und bleibt, wie auch die Trauer um ihn, für immer ein Teil unserer Familie. Levi’s kurzes Leben hat mich zutiefst geprägt in meinem Mama-Sein, meiner Sichtweise auf das Leben, Gott und die Welt und hat ganz viel Dankbarkeit in meinem Herz hinterlassen.
Qualifikationen:
- Bachelor Soziale Arbeit an der ZHAW, Vertiefungen im Bereich Sozialpädagogik
- Ausbildung zur Familientrauerbegleiterin bei Mechthild Schroeter-Rupieper
- Mein eigener Trauerweg nach dem Tod meines erstgeborenen Sohnes Levi
Kontakt:
laila@himmelskind.ch